Cyberangriff auf Conrad Electronic

14 Millionen Kundendaten bei Conrad Electronic in Gefahr

| Redakteur: Peter Schmitz

Bis zu 14 Millionen Kundendaten sind durch den Cyberangriff auf das Netzwerk von Conrad Electronic potenziell betroffen.
Bis zu 14 Millionen Kundendaten sind durch den Cyberangriff auf das Netzwerk von Conrad Electronic potenziell betroffen. (Logo: Conrad Electronic)

Cyberkriminelle konnten in das Netzwerk von Conrad Electronic eindringen. Dadurch hatten sie potenziell Zugriff auf knapp 14 Millionen Kundendaten. Diese umfassen Postadressen, teilweise E-Mail-Adressen bzw. Fax- und Telefonnummern und bei knapp einem Fünftel der betroffenen Datensätze auch IBANs.

Bei Conrad Electronic ist es zu einer Datenpanne gekommen: Das Unternehmen hat Kenntnis davon erlangt, dass sich Unbekannte durch Ausnutzung einer Sicherheitslücke Zugang zu einem begrenzten Bereich des Conrad IT-Systems verschafft hatten. Potenziell hätten sie damit offenbar Zugriff auf einen Teil der Kundendaten gehabt. Das Unternehmen gibt an, dass nach gründlicher Untersuchung keine Hinweise darauf vorlägen, dass der Zugang genutzt worden wäre, um Daten missbräuchlich zu verwenden.

Die knapp 14 Millionen Kunden-Datensätze der Conrad Gruppe, auf die Zugriff möglich gewesen wäre, umfassen Postadressen, teilweise E-Mail-Adressen bzw. Fax- und Telefonnummern und bei knapp einem Fünftel der betroffenen Datensätze auch IBANs. „Wegen des unerlaubten Eindringens in unsere IT haben wir unverzüglich Strafanzeige beim Landeskriminalamt gestellt und sofort das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht über den Vorfall informiert. Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen, um den Vorgang aufzuklären und erforderlichenfalls weitere notwendige Konsequenzen zu ziehen“, erklärt Tilman Scherer, verantwortlich für die Unternehmenssicherheit bei Conrad Electronic.

Die IT-Experten von Conrad haben die Sicherheitslücke im System bereits identifiziert und geschlossen. Die betroffenen Daten waren in einer sogenannten „Elasticsearch“-Datenbank gespeichert und nicht frei im Netz zugänglich, sondern nur durch Einsatz spezieller Software auffindbar, die sich Lücken in der Sicherung von Datenbanken zunutze macht. Sollten durch die Datenlücke Daten entwendet worden sein, könnten beispielsweise E-Mail-Adressen der betroffenen Kunden genutzt werden, um Spam-Mails an sie zu senden. Conrad rät daher grundsätzlich zu besonderer Vorsicht beim Umgang mit verdächtigen E-Mails, insbesondere, wenn diese dazu auffordern, Anhänge zu öffnen.

Weder dem Unternehmen noch den ermittelnden Behörden liegen Hinweise darauf vor, dass Kundendaten missbräuchlich verwendet worden wären. Auch wenn aus Sicht der Behörden keine Kundeninformation erforderlich ist, informiert das Unternehmen seine Kunden und die Öffentlichkeit im Sinne eines guten und partnerschaftlichen Umgangs vorsorglich. Conrad Electronic stellt seinen Kunden auf der Website des Unternehmens außerdem weitere Informationen zur Verfügung.

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