Sicherheit, die unter die Haut geht

Biometrie-Systeme wie Handvenen- und Iris-Erkennung auf dem Vormarsch

16.06.2011 | Autor / Redakteur: Peter Weinzierl, Siemens IT Solutions and Services / Stephan Augsten

Zugang nur auf Fingerzeig: Der Scan des Fingerabdrucks am PC schützt vor unberechtigtem Zugriff. (Quelle: Siemens IT Solutions and Services)
Zugang nur auf Fingerzeig: Der Scan des Fingerabdrucks am PC schützt vor unberechtigtem Zugriff. (Quelle: Siemens IT Solutions and Services)

Ob im Privatleben, in Unternehmen oder im öffentlichen Bereich – Biometrie begegnet uns zunehmend im Alltag. Viele Menschen, die mit biometrischen Systemen arbeiten, wissen Vorteile wie Komfort, Sicherheit und Schnelligkeit zu schätzen. Doch wie haben sich biometrische Erkennungsmethoden in den letzten Jahren entwickelt? Und für wen lohnt sich welches Verfahren?

Viele moderne Notebooks haben heute Fingerabdrucksensoren, um ihren rechtmäßigen Besitzer zu erkennen. Auch beim DVD-Verleih bekommt man keinen Film mehr, ohne seinen Daumen aufzulegen. Neue Digitalkameras lösen mitunter nur aus, wenn der integrierte Gesichtsscanner erkennt, dass die Zielperson lächelt. In fast jedem deutschen Reisepass findet sich jetzt schon ein biometrisches Foto und seit November 2010 ist auch der elektronische Personalausweis Realität. An der Biometrie wird daher künftig niemand mehr vorbei kommen.

Ein wichtiger Grund für Unternehmen, biometrische Systeme einzuführen, liegt in den immer strengeren Compliance-Vorschriften. In Branchen wie dem Gesundheitssektor, der Pharmaindustrie, dem Finanzbereich, der öffentlichen Verwaltung sowie diversen Industriebereichen bedeutet es einen enormen Dokumentationsaufwand, die gesetzlichen Regelungen wie EuroSOX (Richtlinie über die Prüfung von Jahresabschlüssen in der EU) oder HIPAA (Health Insurance Portability and Accountability Act) zu erfüllen.

Die biometrische Erkennung bietet die Möglichkeit, automatisch nachzuweisen, wer welche Änderungen in einem System vorgenommen hat oder wer überhaupt Zugriff auf diese Anwendungen haben darf. Denn dabei ist der menschliche Körper selbst mit seinen einzigartigen Merkmalen das Passwort für den Zugang zu PCs oder Gebäuden. Und das kann weder verloren noch gestohlen oder weitergegeben werden.

So ist bei sensiblen Informationen der Datenschutz stets gewährleistet. Gleichzeitig entlastet der biometrische Login nicht nur die Mitarbeiter, die sich keine komplizierten Passwörter mehr merken müssen, sondern auch die Budgets der Unternehmen. Denn Kosten lassen sich allein schon durch den reduzierten Administrations- und Dokumentationsaufwand sparen.

Die Verfahren Fingerprint- und Gesichtserkennung sind die einzigen, die für Anwendungen im öffentlichen Sektor, also zum Beispiel für biometrische Ausweise oder Reisepässe, standardisiert sind. Speziell die Gesichtsbiometrie entwickelt sich – getrieben durch das wachsende Segment der öffentlichen Sicherheit – derzeit enorm weiter. Der Trend geht hier stark in Richtung von non-intrusiven Systemen, zum Beispiel mit vorgesetzten Spiegeln, die dem Gesicht folgen können, auch wenn es sich bewegt. Der Vorteil: Man muss nicht mehr genau in die Kamera schauen, um eine gute Erkennung zu gewährleisten.

Augenaufschlag als sicherer Türöffner

Was bei den Türstehern in den meisten Diskotheken funktioniert, hat auch in der biometrischen Welt Erfolg: Der richtige Augenaufschlag ist ein sicherer Türöffner. Fast neun Prozent des Marktes macht laut „Biometrics Market and Industry Report 2009-2014“ der International Biometrics Group (IBG) die bislang genaueste Methode, der Iris-Scan, aus. Tendenz steigend – was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass die Systeme in punkto Anwenderkomfort in den letzten Jahren optimiert wurden.

Ausgeklügelte Systeme führen die Iris-Kamera den Augen des Benutzers nach und erreichen eine rasche Erkennung bei höchster Genauigkeit. Iris-Scans finden zunehmend in Chemie-, Biologie- oder Pharmaunternehmen Verbreitung.

Vor allem Reinräume dürfen meist nur in komplett geschlossenen Schutzanzügen betreten werden. Die Augen des Mitarbeiters sind dann noch das einzige Merkmal, das durch die Schutzbrille sichtbar ist. Hinzu kommt, dass das Verfahren für hochsensible Räume mit zu den sichersten zählt – und Sicherheit ist der wichtigste Anspruch in diesen Branchen.

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