Bitkom Wirtschaftsschutz-Studie 2026 Wachsende Unsicherheit und Angriffe durch ausländische Geheimdienste

Von Melanie Staudacher 11 min Lesedauer

Ausländische Geheimdienste greifen deutsche Unternehmen immer häufiger an und KI verstärkt die Bedrohung, während die Unsicherheit wächst. Die Bitkom Wirtschaftsschutz-Studie warnt: Unzureichende Angriffserkennung und Fehlkonfigurationen machen es Angreifern leicht.

96 Prozent der Unternehmen sind der Bitkom Wirtschaftsschutz-Studie 2026 nach nachweislich oder vermutlich von Datendiebstahl, Spionage oder Sabotage betroffen. Doch nur noch 67 können Angriffe sicher feststellen.(Bild:  KI-generiert)
96 Prozent der Unternehmen sind der Bitkom Wirtschaftsschutz-Studie 2026 nach nachweislich oder vermutlich von Datendiebstahl, Spionage oder Sabotage betroffen. Doch nur noch 67 können Angriffe sicher feststellen.
(Bild: KI-generiert)

Das Wichtigste in Kürze

  • Ausländische Geheimdienste greifen der Bitkom Wirtschaftsschutz-Studie nach deutsche Unternehmen verstärkt an. 37 Prozent der betroffenen Firmen hätten 2026 Angriffe Geheimdiensten zuordnen können, gegenüber nur sieben Prozent im Jahr 2023.
  • Nur noch 67 Prozent der Unternehmen hätten Angriffe mit Sicherheit nachweisen können, während 29 Prozent Angriffe vermuten würden, aber nicht belegen könnten.
  • KI verstärkt dem Bitkom nach die Bedrohung erheblich. Robo-Call-Schäden seien von drei auf 14 Prozent gestiegen, Deepfakes von vier auf acht Prozent. 82 Prozent der Unternehmen würden von verstärktem KI-Einsatz durch Angreifer ausgehen.
  • Unzureichende Angriffserkennung und Fehlkonfigurationen sind laut Studie die Hauptprobleme. 59 Prozent der geschädigten Unternehmen hätten unzureichende Erkennung von Sicherheitsvorfällen als wichtigsten Schadensgrund genannt, noch vor technischen Schwachstellen.

Die neue Wirtschaftsschutz-Studie des Bitkom zeichnet ein erschreckendes Bild. Zum einen würden ausländische Geheimdienste deutsche Unternehmen immer stärker ins Visier nehmen. Zum anderen seien immer weniger Organisationen in der Lage, einen Cyberangriff mit Sicherheit festzustellen beziehungsweise diesen zu belegen. Dies hat sich auch auf die Schätzung des Digitalverbands über die Höhe des wirtschaftlichen Schadens ausgewirkt, der durch Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage entstand. Für die Studie wurden nach Angaben des Bitkom von April bis Juni 2026 insgesamt 1.003 deutsche Unternehmen ab zehn Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens einer Millionen Euro befragt.

Das Dunkelfeld wird größer

37 Prozent der von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffenen Unternehmen konnten dem Bitkom nach in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einen Angriff einem fremden Nachrichtendienst zuordnen. Vor einem Jahr seien es noch 28 Prozent und 2023 sogar erst sieben Prozent gewesen.

Insgesamt seien zuletzt 96 Prozent aller Unternehmen von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen gewesen oder hätten es vermutet. 2025 habe der Wert mit 97 Prozent auf demselben hohen Niveau gelegen. Allerdings können der Studie nach immer weniger Unternehmen sicher sagen, ob ein solcher Angriff tatsächlich stattgefunden hat. Nur noch 67 Prozent hätten einen erfolgreichen Angriff mit Sicherheit feststellen können, vor einem Jahr seien es hingegen 87 Prozent gewesen. Gleichzeitig sei der Anteil derer, die einen Angriff vermuten, aber nicht sicher belegen können, von zehn auf 29 Prozent gestiegen.

Aus China und Russland kommen der Wirtschaftsschutz-Studie des Bitkom nach die meisten Bedrohungen für deutsche Unternehmen.(Bild:  Bitkom e.V.)
Aus China und Russland kommen der Wirtschaftsschutz-Studie des Bitkom nach die meisten Bedrohungen für deutsche Unternehmen.
(Bild: Bitkom e.V.)

Mehr als die Hälfte der sicher betroffenen Unternehmen (2026: 52 Prozent, 2025: 46 Prozent) hätten mindestens einen Angriff nach China zurückverfolgen können, dahinter folge Russland mit 49 Prozent (2025: 46 Prozent). Erst mit deutlichem Abstand folgen der Studie nach Osteuropa ohne die EU (34 Prozent), die USA (27 Prozent), EU-Länder (26 Prozent, ohne Deutschland) und Deutschland (zwölf Prozent). Neu als relevanter Player der Wirtschaftskriminalität sei der Iran. Rund jedes zehnte Unternehmen (neun Prozent) habe Angriffe in den Iran zurückverfolgen können, im Vorjahr seien es lediglich vier Prozent gewesen.

Ausländische Nachrichtendienste wurden laut Bitkom zur zweiten großen Tätergruppe neben organisierter Kriminalität.(Bild:  Bitkom e.V.)
Ausländische Nachrichtendienste wurden laut Bitkom zur zweiten großen Tätergruppe neben organisierter Kriminalität.
(Bild: Bitkom e.V.)

„Das Dunkelfeld bei Datendiebstahl, Industriespionage und Sabotage wird größer. Fast alle Unternehmen sind von Angriffen nachweislich betroffen oder vermuten es, dabei sind ausländische Nachrichtendienste deutlich häufiger die Täter. Nach­rich­ten­dienste arbeiten pro­fessioneller und verdeckter und stellen die angegriffenen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Zugleich erhalten auch weniger pro­fessionelle Angreifer durch KI ganz neue Möglichkeiten“, kommentiert Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Entscheidend ist, Angriffe frühzeitig zu erkennen und abzuwehren, Beweise zu sichern und Erkenntnisse schnell mit den Sicherheitsbehörden zu teilen. Nur so lassen sich Spionage und Sabotage wirksamer begrenzen.“

Generell sehe sich die große Mehrheit der Unternehmen durch analoge und digitale Angriffe bedroht. 28 Prozent würden sogar eine sehr große Bedrohung sehen und 45 Prozent eine eher große Bedrohung. Jeweils 13 Prozent würden hingegen lediglich eine eher geringe be­ziehungsweise eine sehr geringe oder gar keine Bedrohung sehen.

Wirtschaftlicher Schaden geht zurück

Laut Bitkom ging die Summe der Gesamtschäden durch Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage auf 211 bis 270,8 Milliarden Euro zurück. Es ist das erste Mal, dass ein Scha­denskorridor angegeben wird, anstatt einer konkreten Zahl. Dies hänge mit der deutlich gestiegenen Unsicherheit in den Unternehmen zusammen, die sich während der Befragung gezeigt habe. Grundlage für den Wert für 2026 sei wie auch in den Vorjahren eine Hoch­rechnung. Im Schnitt der Jahre 2021 bis 2025 habe der Anteil der Unternehmen, die vermutlich von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen waren, bei zehn Prozent gelegen. 2026 liege er bei 29 Prozent. Die Schadenssumme umfasse direkte Kosten etwa für Betriebsausfälle, Ermittlungen und Ersatzmaßnahmen, Rechtsstreitigkeiten und Erpressung ebenso wie Umsatzeinbußen durch Plagiate und den Verlust von Wettbewerbsvorteilen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung
Schaden durch … Schadenssummen in Mrd. Euro 2026 Schadenssummen in Mrd. Euro 2025 Schadenssummen in Mrd. Euro 2024 Schadenssummen in Mrd. Euro 2023
Ausfall, Diebstahl oder Schädigung von Informations- und Produktionssystemen oder Betriebsabläufen 36,5 73,3 54,5 35,0
Kosten für Rechtsstreitigkeiten 34,9 53,0 53,1 29,8
Kosten für Ermittlungen und Ersatzmaßnahmen 35,6 37,0 32,2 25,2
Umsatzeinbußen durch nachgemachte Produkte bzw. Plagiate 38,9 30,6 39,2 15,3
Datenschutzrechtliche Maßnahmen, z. B. durch Behörden 11,5 23,8 27,2 12,4
Umsatzeinbußen durch Verlust von Wettbewerbsvorteilen 18,2 23,1 11,2 21,5
Patentrechtsverletzungen, auch vor Anmeldung 0,9 16,0 14,8 10,4
Imageschaden bei Kunden oder Lieferanten, Negative Medienberichterstattung 21,1 15,9 20,2 35,3
Erpressung mit gestohlenen Daten 5,0 15,6 13,4 16,1
Geldabfluss durch Betrugsversuche 8,4 0,9 0,8 3,9
Sonstige Schäden 0 0 0 1,1
Gesamtschaden pro Jahr 211 bis 270,8 289,2 266,6 205,9

Cyberangriffe verursachen drei Viertel der Schäden

Auf Cyberattacken seien inzwischen 76 Prozent der Gesamtschäden entfallen. Vor einem Jahr habe der Anteil bei 70 Prozent gelegen, vor fünf Jahren sogar erst bei 59 Prozent. Die Schäden durch Cyberattacken würden sich damit auf einen Betrag von 160,4 bis 205,8 Milliarden Euro summieren. Im Vorjahr seien es 202,4 Milliarden Euro gewesen. Fast zwei Drittel (63 Prozent) aller Unternehmen haben der Studie nach in den vergangenen zwölf Monaten eine Zunahme von Cyberangriffen registriert. Und mit 69 Prozent würden noch etwas mehr davon ausgehen, dass Cyberangriffe in den kommenden zwölf Monaten zunehmen, kein einziges der befragten Unternehmen rechne mit einem Rückgang. Auffällig sei: Obwohl sich nur noch 43 Prozent für sehr gut auf Cyberangriffe vorbereitet sehen würden (2025: 50 Prozent), falle der Anteil der Unternehmen, die ihre geschäftliche Existenz durch eine erfolgreiche Cyberattacke bedroht sehen, von 59 auf 45 Prozent. „In den Unternehmen zeigt sich eine etwas trügerische Sicherheit, die möglicherweise auf einen Gewöhnungseffekt schließen lässt. Ein erfolgreicher Cyberangriff kann für Unternehmen nach wie vor das wirtschaftliche Aus bedeuten“, erklärt Wintergerst. „Cybersicherheit muss integraler Teil jeder Digitalstrategie sein. Es geht darum, Angriffe abzuwehren und im Ernstfall schnell wieder arbeitsfähig zu werden.“

So wurden Unternehmen angegriffen

In den vergangenen zwölf Monaten wurden viele Unternehmen der Studie nach sowohl klassisch als auch auf digitalem Weg angegriffen. 60 Prozent seien vom Diebstahl von IT- oder Telekommunikationsgeräten betroffen gewesen oder würden dies vermuten. 37 Prozent seien vom Diebstahl physischer Dokumente, Muster oder Bauteile betroffen gewesen, 33 Prozent vom Abhören von Besprechungen vor Ort und 23 Prozent von physischer Sabotage von Pro­duk­tions­systemen oder Betriebsabläufen. Dabei seien digitale Angriffe weit verbreitet. 57 Prozent der Unternehmen waren sich dem Bitkom nach sicher oder vermutlich von digitaler Sabotage betroffen, 54 Prozent vom Ausspähen ihrer Kommunikation, 45 Prozent vom digitalen Diebstahl von Geschäftsdaten.

Ein Angriff bleibe zudem häufig nicht auf ein Unternehmen beschränkt. Jedes fünfte Un­ternehmen (21 Prozent), das von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen war, habe angegeben, dass der Vorfall Auswirkungen auf andere Unternehmen hatte, etwa in Form von Produktionsausfällen bei Geschäftspartnern oder Reputationsschäden bei Auf­trag­gebern. „Wer die eigenen Schutzmaßnahmen vernachlässigt, gefährdet andere. Wer sein Unternehmen schützen will, muss physische und digitale Sicherheit gemeinsam angehen und sollte auch seine Partner in die Pflicht nehmen“, sagt Wintergerst.

Künstliche Intelligenz verschiebt die Angriffsmuster im Cyberraum

Bei Cyberangriffen richtee Ransomware weiterhin am häufigsten einen Schaden an. Bei 25 Prozent aller Unternehmen hätten Angreifer Daten verschlüsselt und hätten sie nur gegen Lösegeld freigeben wollen. Auch hier habe sich verglichen mit dem Vorjahr mit 34 Prozent ein deutlicher Rückgang gezeigt. „Viele Unternehmen haben sich auf Ransomware-Angriffe vorbereitet und können so Schäden verhindern oder minimieren. Unser Ziel muss sein, aus diesem bislang einmaligen Rückgang eine echte Trendwende zu machen“, sagt Wintergerst. Neben Ransomware seien auch Angriffe auf Passwörter (18 Prozent), Phishing (16 Prozent), DDoS-Attacken, um Netzwerke lahmzulegen (15 Prozent) sowie Infizierung mit sonstiger Schadsoftware und Spoofing (je 11 Prozent) weit verbreitet.

Zugleich würden sich die Muster verschieben. Während klassische Angriffsarten seltener Schaden anrichten würden, würden KI-gestützte Methoden auf niedrigem Niveau sichtbar zunehmen. Schäden durch automatisierte Robo Calls seien von drei auf 14 Prozent gestiegen, Deepfakes von vier auf acht Prozent. Und so würden acht von zehn Unternehmen (82 Prozent) davon ausgehen, dass Angreifer verstärkt Künstliche Intelligenz einsetzen. Allerdings seien sich nur 31 Prozent dessen sicher, 51 Prozent würden den KI-Einsatz lediglich vermuten. Der Studie nach machen die Unternehmen das fest an der automatisierten Anpassung von Angriffs­ver­suchen (53 Prozent), an hoher Qualität von gefälschten Audio- und Videoaufnahmen (48 Prozent), der hohen Qualität von Textnachrichten und Mails (38 Prozent), der sehr hohen Frequenz von Angriffen (34 Prozent) und stark personalisierten Inhalten (28 Prozent). 17 Prozent hätten entsprechende Hinweise zudem aus der forensischen Analyse. „Künstliche Intelligenz verändert das Angriffsgeschehen grundlegend. Leistungsfähige Modelle können Schadcode generieren und werden künftig auch für autonome Angriffsarten verwendet werden. Deepfakes oder täuschend echte Anrufe und Mails mit sehr persönlichem Bezug machen Betrug einfacher und Angriffe schwerer erkennbar. Künstliche Intelligenz kann aber auch eingesetzt werden, um Angriffe schneller aufzudecken und zu verhindern – diese Chance müssen Unternehmen nutzen“, so Wintergerst.

Unternehmen machen es Angreifern leicht

Insgesamt hätten sechs von zehn Unternehmen (58 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten einen Schaden durch Cyberangriffe erlitten. Als wichtigsten Grund dafür, dass ein Angriff auch zu einem Schaden führte, hätten 59 Prozent der geschädigten Unternehmen die unzureichende Erkennung von Sicherheitsvorfällen genannt. Es würden Fehlkonfigurationen von IT-Systemen (57 Prozent) und ein unzureichendes Identitäts- und Zugriffsmanagement (55 Prozent) folgen, erst danach technische Schwachstellen (50 Prozent), veraltete Hard- oder Software (43 Prozent) sowie eine Kompromittierung über externe Dienstleister oder Zulieferer (acht Prozent). Nur 18 Prozent würden die erfolgreichen Cyberangriffe auf ein unzureichendes Sicherheits­be­wusstsein der Beschäftigten zurück führen. „Die häufigsten Schadensursachen sind keine besonders ausgefeilten oder exotische Angriffe, sondern blinde Flecken im eigenen System. Wer Vorfälle nicht zuverlässig erkennt, kann auch nicht rechtzeitig handeln und wird am Ende womöglich nicht einmal sicher sagen können, was überhaupt passiert ist“, sagt Wintergerst. „Wer in Angriffserkennung, saubere Konfigurationen und ein striktes Identitätsmanagement investiert, schließt die wichtigsten Lücken, die Angreifer heute nutzen.“

Organisierte Kriminalität bleibt die größte Bedrohung

Den Studienautoren nach bleibt die wichtigste Tätergruppe die Organisierte Kriminalität. 62 Prozent der Unternehmen, die Opfer von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage wurden, hätten mindestens einen Angriff dorthin zurückverfolgen können. Verglichen mit den 68 Prozent im Vorjahr sei das ein leichter Rückgang. Erstmals würden direkt dahinter aus­ländische Nachrichtendienste mit 37 Prozent folgen, was ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr mit 28 Prozent sei. „Die Grenzen zwischen Organisierter Kriminalität und den Geheimdiensten sind in vielen Ländern fließend. Nachrichtendienste bedienen sich krimineller Strukturen, umgekehrt wird Kriminellen freie Hand gelassen, solange sie ihre Ziele den politischen Vorgaben entsprechend wählen“, erklärt Wintergerst.

Als Tätergruppe ebenfalls relevant seien Privatpersonen mit 35 Prozent (2025: 42 Prozent) sowie unabsichtlich (2026: 23 Prozent, 2025: 25 Prozent) und vorsätzlich (2026: 19 Prozent, 2025: 23 Prozent) handelnde aktuelle oder ehemalige Beschäftigte des angegriffenen Unternehmens. Nur noch neun Prozent der Unternehmen (2025: 22 Prozent) seien von Wettbewerbern angegriffen worden, am Ende würden mit je acht Prozent Kunden (2025: 6 Prozent) und Lieferanten (2025: 4 Prozent) rangieren.

Engere Zusammenarbeit mit Behörden

Bei der Aufklärung von Cyberangriffen sowie Spionageaktivitäten hilft immer öfter der Staat. Dies spiegelt auch die Wirtschaftsschutz-Studie wider: Jedes zweite Unternehmen (50 Prozent), das Täter oder Herkunft ermitteln konnte, habe dafür Hinweise von Behörden erhalten. Im vergangenen Jahr seien es erst 35 Prozent, vor zwei Jahren sogar nur 24 Prozent gewesen. „Der Austausch zwischen Wirtschaft und staatlichen Stellen funktioniert heute besser als noch vor einigen Jahren. Jetzt müssen wir auf ein gemeinsames Lagebild hinarbeiten, von dem beide Seiten profitieren würden“, sagt Wintergerst. Neben Behörden würden den Unternehmen interne (37 Prozent) und externe (21 Prozent) Untersuchungen wichtige Informationen liefern. Ebenso würden spezifische Muster der Angriffstechnik eine Rolle spielen (20 Prozent) sowie der Austausch mit anderen Unternehmen (16 Prozent), die Überwachung von Foren im Darknet (10 Prozent), Auffälligkeiten bei Personen oder Geschäftsabläufen (6 Prozent) sowie Hinweise oder Geständnisse von Beteiligten (6 Prozent). Wichtigste technische Erkenntnisquelle bleibe die Analyse von Log-Dateien (68 Prozent).

Investitionen in Cybersicherheit stagnieren

Nichtsdestotrotz stagniere der Anteil der IT-Sicherheit am gesamten IT-Budget wie im Vorjahr bei 18 Prozent. Das BSI und Bitkom empfehlen, 20 Prozent des IT-Budgets für Sicherheit aufzuwenden. Immerhin 45 Prozent der Unternehmen würden 20 Prozent oder mehr ihres IT-Budgets in Sicherheit investieren, im Vorjahr seien es 41 Prozent gewesen. 40 Prozent würden zwischen zehn und unter 20 Prozent ausgeben, sechs Prozent zwischen fünf und unter zehn Prozent und vier Prozent weniger als fünf Prozent ihres IT-Budgets für IT-Sicherheit. „IT-Sicherheit betrifft jedes Unternehmen, ausreichende Investitionen sind unerlässlich. Un­ter­nehmen dürfen es nicht darauf ankommen lassen, dass ihnen nichts passieren wird“, sagt Wintergerst.

Auch bei der Cybersicherheit würden sich die Unternehmen mit Fragen der Digitalen Sou­veränität beschäftigten. 59 Prozent würden ihr Unternehmen für abhängig von Sicher­heits­lösungen aus den USA halten, 70 Prozent fänden, Behörden und Unternehmen in Deutschland sollten auf deutsche und europäische Sicherheitslösungen setzen. „Zur Souveränität gehört, die zentralen Fragen der Sicherheit in die eigene Hand nehmen zu können – das gilt insbesondere auch im Cyberraum“, kommentiert Wintergerst. Die Bundesregierung müsse bei ihren Programmen für ein digital souveränes Deutschland einen Schwerpunkt im Bereich der Cybersicherheit setzen.

(ID:50942541)