Angesichts wachsender Bedrohungen im digitalen Raum wird der Bedarf an Cybersicherheit immer evidenter. Cybersecurity-Beauftragte schaffen zentrale Verantwortlichkeiten innerhalb der Unternehmen, tragen dazu bei Risiken proaktiv zu reduzieren und eine sichere IT-Umgebung zu schaffen. Was gehört zu den zentralen Aufgaben dieser Position, warum gewinnt sie immer mehr an Bedeutung, und welche Handlungsempfehlungen sollten Unternehmen beachten?
Studien zeigen, dass Unternehmen, die über eine dezidierte Sicherheitsabteilung oder eine beauftragte Person für Cybersicherheit verfügen, signifikant resilienter gegenüber Angriffen sind.
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In einer zunehmend vernetzten Welt werden Unternehmen aller Größenordnungen von immer neuen Cyberbedrohungen herausgefordert. Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom e.V. sieht sich mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen in Deutschland durch Cyberangriffe in der geschäftlichen Existenz bedroht. Schäden werden dabei insbesondere durch Phishing, Passwortangriffe, Mal- und Ransomware verursacht. Die Konsequenzen solcher Vorfälle können nicht nur enorme finanzielle Schäden verursachen, sondern auch das Vertrauen von Kunden, Partnern und Investoren erschüttern. Hier setzt die Rolle eines Cybersecurity-Beauftragten an – einer Position, die Unternehmen die nötige Expertise und Durchsetzungskraft für ihre IT-Sicherheit bietet.
Die Rolle des Cybersecurity-Beauftragten gewinnt auch mit der zunehmenden Digitalisierung weiter an Bedeutung. Gerade kleine und mittlere Unternehmen verfügen oft nicht über die notwendigen Ressourcen, um Angriffe abzuwehren – doch genau hier könnte ein Cybersecurity-Beauftragter entscheidend sein, um das Risiko und die potenziellen Schäden zu minimieren. Zudem zeigen internationale Vergleiche, dass Unternehmen, die über eine dezidierte Sicherheitsabteilung oder eine beauftragte Person für Cybersicherheit verfügen, signifikant resilienter gegenüber Angriffen sind. Mit einem Spezialisten bleiben nicht nur Bedrohungen frühzeitig im Blick, sondern es wird auch ein fortlaufender Prozess zur Sicherheitsoptimierung gewährleistet. Das Bundeskriminalamt weist in seinem aktuellen Bundeslagebild Cybercrime für 2023 darauf hin, dass KI neben großen Chancen für die Digitalisierung auch ein hohes Bedrohungspotenzial mit sich bringt. Dem könne mit ausgeprägter Cyberresilienz und der Lage angepassten Sicherheitsvorkehrungen durchaus erfolgreich begegnet werden.
Aufgaben und Verantwortung des Cybersecurity-Beauftragten
Ein Cybersecurity-Beauftragter trägt eine erhebliche Mitverantwortung für die Sicherheit der IT-Infrastruktur eines Unternehmens. Zu seinen Aufgaben gehört eine kontinuierliche Risikoanalyse, um potenzielle Schwachstellen im System frühzeitig zu erkennen. Darüber hinaus ist er für die Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen zuständig, die Angriffe abwehren oder zumindest deren Auswirkungen eindämmen sollen. Die regelmäßige Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeitenden zählt ebenfalls zu seinen Aufgaben – denn gerade in der Belegschaft liegt oft eine unterschätzte Schwachstelle, die durch mangelnde Sensibilisierung für Phishing und andere Angriffsmethoden entsteht. Des Weiteren betreut der Cybersecurity-Beauftragte die Umsetzung und Aktualisierung von Sicherheitsrichtlinien, erstellt Notfallpläne und koordiniert die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.
Er arbeitet dabei eng mit den IT-Abteilungen zusammen (oder ist dort angesiedelt) und berichtet an die Geschäftsführung, um eine hohe Sicherheitskultur im gesamten Unternehmen mit dem notwendigen Durchgriff zu verankern.
Handlungsempfehlungen: Wie Unternehmen die Rolle erfolgreich integrieren
Damit die Rolle eines Cybersecurity-Beauftragten ihr volles Potenzial entfalten kann, sind klare Strukturen und Prozesse nötig:
1. Direkter Kontakt zum Management: Ein Cybersecurity-Beauftragter sollte direkten Zugang zur Geschäftsführung haben und eng mit Entscheidungsträgern, insbesondere auch dem Datenschutzbeauftragten, zusammenarbeiten. So kann die Sicherheitsstrategie effektiv umgesetzt und nachhaltig verfolgt werden.
2. Risikobewertung: Die ständige Bewertung von Risiken, auch um potenzielle Schwachstellen zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, umfasst organisatorische, technische und prozessuale Schutzmaßnahmen. Neben der Erfüllung rechtlicher Anforderungen dient die Abmilderung von Risiken direkt dem Schutz des Unternehmens und muss somit prozessual etabliert werden.
3. Fortlaufende Weiterbildung und Zertifizierung: Da sich Cyberbedrohungen ständig weiterentwickeln, ist es essenziell, dass der Beauftragte regelmäßig an Schulungen und Zertifizierungsprogrammen teilnimmt. Führende Programme wie das CISSP (Certified Information Systems Security Professional) bieten hier wertvolle Qualifikationen.
4. Krisenreaktion: Die Entwicklung und Umsetzung eines Krisenreaktionsplanes durch den Beauftragten, um auf Angriffe schnell und effektiv reagieren zu können und seine direkte Einbindung in den Krisenstab, fundamentieren ein stringentes und nachhaltiges Sicherheitskonzept.
5. Etablierung einer Sicherheitskultur: Sicherheitsbewusstsein muss ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur sein. Schulungen und Informationsveranstaltungen für alle Mitarbeiter sind wichtige Maßnahmen, um diese Kultur zu fördern und das Wissen zu Angriffsszenarien wie Phishing, Social Engineering und Ransomware zu stärken.
6. Regelmäßige Audits und Tests: Ein Cybersecurity-Beauftragter sollte regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen und Simulationen initiieren, um die Effektivität bestehender Maßnahmen zu prüfen. Dazu gehören unter anderem (externe) Penetrationstests, um Schwachstellen zu erkennen, bevor sie ausgenutzt werden können.
Ein Cybersecurity-Beauftragter ist für Unternehmen in der heutigen Zeit keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Die Rolle ist weit mehr als eine technische Position – sie ist ein strategischer Baustein für die langfristige Stabilität und Sicherheit eines Unternehmens. Unternehmen, die frühzeitig auf spezialisierte Cyber-Sicherheit setzen und klare Verantwortlichkeiten schaffen, sind besser gewappnet für die Herausforderungen der digitalen Ära. Gerade für kleine- und mittelständische Unternehmen ist die zunehmende Komplexität der Sicherheitsthemen, bei gleichzeitiger Notwendigkeit zum Management von Ressourcenengpässen, herausfordernd. Hier kann auch die Einbindung externer Partner eine mögliche Lösung sein, welche den Schutz der Unternehmenswerte effektiv unterstützt. Unabhängig von der Ausgestaltung schützt ein Cybersecurity-Beauftragter letztlich nicht nur vor finanziellen Schäden, sondern sichert auch die Reputation und das Vertrauen, welche für jedes Unternehmen das Fundament der täglichen Arbeit darstellen.
Über den Autor: Stefan Wehrmann hat langjährige Erfahrung in unterschiedlichen Beratungsunternehmen als IT-Consultant/Projektleiter und war für die IT in mehreren Industrieunternehmen tätig. Parallel hatte er sechs Jahre einen Lehrauftrag an der FH-Bochum. Seit 2017 ist er bei der Insta GmbH, war dort zunächst für den SAP-Bereich verantwortlich und leitet jetzt die IT-Abteilung.
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Stand: 08.12.2025
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