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Deep Packet Inspection für SSL-Verbindungen
Die Deep Packet Inspection für SSL (DPI-SSL) – eine der wichtigsten Funktionen der TZ400 – entschlüsselt den SSL-Verkehr transparent, untersucht ihn auf Bedrohungen und verschlüsselt ihn anschließend vor der Weiterleitung an den Zielhost wieder. Im Betrieb kann die Appliance sowohl ein- als auch ausgehenden SSL-Verkehr untersuchen.
Die DPI lässt sich zusammen mit den Diensten Antivirus, Anti-Spyware, IPS, Content Filter und Application Firewall nutzen. Es lassen sich auch Ausnahmen definieren, die sicherstellen, dass die Übertragungen von bestimmten Adressen oder Benutzern beziehungsweise von bestimmten Diensten nicht analysiert werden.
Im Test traten bei der Arbeit mit der DPI-SSL-Funktion keine Überraschungen auf, sie arbeitete nach ihrer Aktivierung wie erwartet. Wir konnten das daran sehen, dass unsere Browser im LAN bei aktiver DPI-SSL Zertifikatsfehler meldeten. Das lag daran, dass wir das Standardzertifikat der Appliance verwendeten, das nicht als sicher galt.
Zur Erläuterung: Die Appliance ersetzt das Zertifikat der besuchten Webseite nach der lokalen Entschlüsselung durch ihr eigenes, so dass die Browser glaubten, sie hätten es mit einem nicht sicheren Zertifikat zu tun. Abhilfe schafft hier entweder die Installation eines sicheren Zertifikats auf der Appliance oder der Import des unsicheren Zertifikats in den betroffenen Browser.
Weiterführende Funktionen
Der nächste Eintrag des Konfigurationswerkzeugs befasst sich mit den Einstellungen der Anti-Spam-Funktion. Letztere arbeitet entweder mit einem RBL-Filter oder mit einer vollwertigen Anti-Spam-Lösung, die separat lizensiert werden muss.
Unter „VPN“ finden sich alle Einstellungen zum Einrichten von IPSec-VPNs, während „SSL-VPN“ den einfachen Zugriff auf Unternehmensressourcen via Browser ermöglicht. Die Benutzerverwaltung wiederum unterstützt sowohl lokale Benutzerkonten als auch Authentifizierungen über LDAP und Radius.
Bei Bedarf lassen sich auch Gästekonten einrichten und SSO-Szenarien (Single Sign On) realisieren. Da die Benutzer – wie bereits angesprochen – auch Teil der Regeln sein können, ist es beispielsweise möglich, Policies zu definieren, die es nur bestimmten Usern nach einer Authentifizierung erlauben, bestimmte Dienste (wie etwa Facebook) zu nutzen.
Weiter geht es im Konfigurationstool mit der Verwaltung der Sicherheitsdienste. Dabei handelt es sich um den Content Filter, das IPS-System, das Client Antivirus-Enforcement, die Anti-Spyware und ähnliches. Über den Content-Filter lassen sich ActiveX- beziehungsweise Java-Verbindungen und Cookies blockieren sowie URLs nach bestimmten Kategorien unterbinden (zum Beispiel Medien, Malware, Military und Social Networking).
Das Client AV-Enforcement sorgt dafür, dass nur Clients mit aktiver und aktueller Antivirus-Software ins Netz dürfen, während der Gateway Antivirus den Verkehr über die Protokolle HTTP, FTP, IMAP, SNMP, POP3 und CIFS unter die Lupe nimmt. Bei Bedarf ist er auch dazu in der Lage, TCP-Streams zu analysieren.
Das IPS unterscheidet zwischen Angriffen hoher, mittlerer und niedriger Priorität und behandelt diese unterschiedlich. Die Liste der entsprechenden Policies lässt sich jederzeit bearbeiten. Die Anti-Spyware-Funktion untersucht Übertragungen über die Protokolle HTTP, FTP, IMAP, SMTP und POP3.
Die letzten Punkte des Konfigurationswerkzeugs befassen sich mit der WAN-Beschleunigung, dem App Flow-Reporting mit Real Time-Datensammlung und dem Logging. Die App Flow-Funktion unterstützt Netflow 5, Netflow 9 und IPFIX (auch mit Extensions und Extensions V2).
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