Anmeldesicherheit optimieren Best Practices für das Access-Management

Von Katie Petrillo

Die immer weiter ansteigende Zahl an Cyberrisiken hat im Jahr 2021 ein Allzeithoch erreicht. Das größte Einfallstor für Hacker sind nach wie vor unsichere Passwörter. Die Mehrzahl der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen verwendet ihre Passwörter für verschiedene Konten mehrfach, und das, obwohl sich fast alle des Risikos bewusst sind. Unternehmen brauchen also Alternativen zur ständigen Passworteingabe.

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Wenn es um die Nutzung von Logins und Passwörtern geht müssen IT-Administratoren ihre Sicherheitsstrategien überdenken und Benutzer ihre Arbeitsweise ändern.
Wenn es um die Nutzung von Logins und Passwörtern geht müssen IT-Administratoren ihre Sicherheitsstrategien überdenken und Benutzer ihre Arbeitsweise ändern.
(© Vitalii Vodolazskyi - stock.adobe.com)

Laut dem BSI gibt es durchschnittlich über 390.000 neuer Angriffe pro Tag – das sind 22 Prozent mehr als im letzten Jahr. Der aktuelle Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2021 stuft die aktuelle Lage der IT-Sicherheit in Deutschland „angespannt bis kritisch" ein. Daher ist Identitäts- und Access-Management wichtiger als je zuvor. Das finden auch die Security-Insider-Leser: Die Passwortmanagement-Lösung LastPass gewann bei den diesjährigen Readers Choice Awards mit Platin den 1. Platz. Diese Auszeichnung zeigt die Bedeutung von IDaaS-Lösungen in Unternehmen, um Mitarbeiter und Daten zu schützen.

Durch den Wandel des alltäglichen und beruflichen Lebens der letzten eineinhalb Jahre müssen viele Menschen ihre Gewohnheiten anpassen. Dazu gehört unter anderem der Umgang mit Cyberrisiken. Dies beginnt beim vorsichtigen Umgang mit verdächtigen Mails und geht über ausgefeilte Sicherheitstrainings bis hin zu sicheren Firewalls sowie aktiver DDoS-Protection. Aber Hacker lernen schnell neue Taktiken und passen sich ebenso an. Daher müssen sich auch Mitarbeiter Methoden aneignen, um sich und das Unternehmen zu schützen. Zwar ist laut dem BSI die Nutzung von Antivirenprogrammen (62 Prozent), sicheren Passwörtern (60 Prozent) und einer aktuellen Firewall (53 Prozent) verbreitet, jedoch werden diese Maßnahmen längst nicht umfassend eingesetzt.

Passwortverhalten weiterhin optimierbar

Das größte Einfallstor für Hacker sind nach wie vor unsichere Passwörter. Laut dem Verizon Data Breach Investigations Report sind 85 Prozent der Datenschutzverletzungen darauf zurückzuführen. Das mag daran liegen, dass 65 Prozent ihre Passwörter für verschiedene Konten mehrfach verwenden. Und das, obwohl sich 92 Prozent des Risikos bewusst sind. Das ergab die jüngste Studie „Psychologie der Passwörter“ von LastPass. Die Ursache für dieses Verhalten: 68 Prozent haben Angst, ihre Zugangsdaten zu vergessen und 52 Prozent möchten damit den Überblick über alle Passwörter behalten. Leider hat sich demnach das Verhalten der Nutzer im Vergleich zu vorherigen Jahren kaum verändert.

Zusätzlichen Schutz bieten

Um die Unternehmensdaten besser zu schützen, braucht es zusätzliche Security-Maßnahmen. Eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) erfordert zwar ein Passwort, bietet aber eine weitere Schutzebene. Durch beispielsweise eine Authentifizierungs-App, einen zugesendeten Code per SMS oder Biometrie wird bei der Anmeldung geprüft, ob es sich wirklich um den richtigen Nutzer handelt. 76 Prozent nutzen laut der LastPass-Studie bereits MFA – also 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Wichtig hierbei: Diese Codes dürfen zu keiner Zeit an Dritte weitergegeben werden. Denn sonst besteht die Gefahr, dass die Kontrolle über das Konto trotzdem in böswillige Hände gerät.

Passwortnutzung reduzieren

Es ist an der Zeit für Alternativen zur ständigen Passworteingabe. Fast passwortlose Authentifizierung könnte hier das Zauberwort sein. Dabei handelt es sich um eine Methode, die zwar im Hintergrund noch immer Passwörter verwendet, aber keine Log-in-Daten manuell vom Nutzer benötigt. Risiken, die durch die Eingabe von Passwörtern bestehen, lassen sich so eliminieren. Auch die erstplatzierte Business-Lösung „LastPass“ unterstützt einige dieser Maßnahmen:

  • Single-Sign-On (SSO): Dieses Verfahren ermöglicht die Kommunikation zwischen Identitäts- und Dienstanbieter. Das Authentifizierungsprotokoll erfordert dabei eine einmalige Anmeldung. Diese gilt dann nicht nur beim Identitätsanbieter, sondern auch bei allen zugewiesenen Anwendungen. Dabei wird ein SAML-Protokoll (Security Assertion Markup Protokoll) genutzt, das zu einer höheren Sicherheit ohne Passwortverwendung beiträgt. Solche Protokolle schützen die Verbindung zudem besser, als es nur mit Passwörtern möglich wäre. Mitarbeiter müssen bei einer solchen Sicherheitsmaßnahme nicht ständig ihr Passwort eingeben, sondern profitieren von einem Zugriff auf die Anwendungen ohne weitere Eingaben.
  • Föderierte Identität: Die sogenannte Zusammenfassung von Identitäten integriert unter einer Anwendung mehrere Dienstanbieter. Nach einmaliger Anmeldung am Tag hat der User Zugriff auf alle hinterlegten Ressourcen, die ohne weitere Passworteingabe nutzbar werden. Dabei haben IT-Teams die Möglichkeit alle Nutzer und Anwendungen in Echtzeit zu verwalten und neue Applikationen sowie Mitarbeiter hinzuzufügen.
  • Biometrische Authentifizierung: Diese Methode nutzt persönliche Merkmale wie das Gesicht, den Fingerabdruck oder die Stimme zur Identifikation. Und sie ist vielen bereits durch die Nutzung privater Endgeräte bekannt. Das Verfahren zählt wohl zu der einfachsten Art der Identifizierung. Dabei ist es allerdings wichtig, dass die IT auf die sichere und lokale Speicherung der Daten achtet. Denn biometrische Daten sollten keinesfalls in der Cloud abgelegt werden, um Sicherheit und Vertraulichkeit zu gewährleisten.

Security-Maßnahmen vorantreiben

IT-Administratoren müssen ihre Sicherheitsstrategien überdenken und Benutzer ihre Arbeitsweise ändern. Immerhin haben bereits 35 Prozent ihre Authentifizierungsmethoden verbessert, nachdem ihre Mitarbeiter jetzt im Homeoffice arbeiten. Es gibt aber noch definitiv Luft nach oben. Die Zahl der Cyberangriffe wird nicht zurückgehen – im Gegenteil. Böswillige Akteure lassen sich immer ausgefeiltere Methoden einfallen, um an ihr Ziel zu gelangen. Das BSI berichtet von 14,8 Millionen Meldungen zu Schadprogramm-Infektionen an deutsche Netzbetreiber in 2021, dass sind mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Damit Nutzer nicht in eine Datenfalle geraten, ist Absicherung also die oberste Priorität und sollte nicht an menschlichem Versagen scheitern.

Über die Autorin: Katie Petrillo ist Senior Manager Product Marketing bei LogMeIn.

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