DSGVO, Cybercrime und Fachkräftemangel

Trends der Cyber-Sicherheit

| Autor / Redakteur: Srinivasan CR / Peter Schmitz

Die Cybersicherheit steht seit einigen Jahren zunehmend im Fokus der Unternehmen.
Die Cybersicherheit steht seit einigen Jahren zunehmend im Fokus der Unternehmen. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Aus Sicht der Cybersicherheit war das vergangene Jahr sehr ereignisreich! Im Mai trat nach langer Vorbereitungszeit die DSGVO in Europa in Kraft. Ein Schritt, der zeigte, dass die Politik den Schutz der personenbezogenen Daten ihrer Bürger endlich ernst nimmt. Plötzlich sahen sich Unternehmen mit Konsequenzen konfrontiert, wenn sie sensible Daten nicht schützen.

Die Cybersicherheit stand im letzten Jahr im Mittelpunkt der geopolitischen Landschaft, da das Gespräch über staatlich unterstütztes Hacking und Angriffe auf kritische Infrastrukturen weltweit zu Spannungen führte. Ein aktuelles Beispiel sind Nachrichten von McAfee, dass eine neue, organisierte Hacking-Operation, "Sharpshooter", sich speziell an Anbieter kritischer Infrastruktur in Sektoren wie Energie, Finanzen und Verteidigung richtet.

Aus geschäftlicher Sicht herrscht auch bei den Entscheidungsträgern Angst in Hinsicht Cybersicherheit. Viele Unternehmen führen Sicherheit und Privatsphäre als einen Faktor, der ihren Fortschritt bei der digitalen Transformation behindert. Die Ergebnisse der Umfrage, Cycle of Progress, zeigten, dass 40 Prozent aller Befragten Sicherheitsbedenken als ein weit verbreitetes Problem anführten, während 37 Prozent sich auch auf den Datenschutz beriefen. Dies mag zwar düstere Aussichten haben, aber wir können unsere Verteidigung für den Rest des Jahres 2019 und darüber hinaus vorbereiten. Um diese Pläne zu unterstützen, sind hier einige der wichtigsten Cybersicherheitstrends, die wir in diesem Jahr erwarten:

Bilanz und Evaluierung der Datenschutz-Grundverordnung

Neues eBook „DSGVO – ein Jahr danach“

Bilanz und Evaluierung der Datenschutz-Grundverordnung

24.05.19 - Auch zwölf Monate nachdem die DSGVO zur Anwendung gekommen ist, gibt es noch einiges bei der Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung zu tun. Das neue eBook zeigt auf, wo die Unternehmen in Deutschland stehen und welche weitere Entwicklung bei der DSGVO zu erwarten ist. Nicht nur die Unternehmen werden auf den Prüfstand gestellt, sondern auch die DSGVO. lesen

Neue Vorschriften beeinflussen die Datenschutzrichtlinien

Die Einführung neuer Datenschutzverordnungen, wie z.B. der DSGVO, wird 2019 erhebliche Auswirkungen haben. Obwohl die DSGVO eine gute Nachricht für die Verbesserung der Datensicherheit ist, stellt es eine große Herausforderung für die Unternehmen dar. Und obwohl sie bereits seit einigen Monaten in Kraft ist, sind im Jahr 2019 gerade erst schwere Strafen für Verstöße in Sicht. Unternehmen jeder Größe müssen ihre Datenschutzrichtlinien komplett überdenken, um mit einer Vielzahl von sich ständig ändernden internationalen Datenschutzbestimmungen umgehen zu können.

Die KI spielt eine größere Rolle bei der Cybersicherheit

Die Künstliche Intelligenz (KI) hat sich in den letzten Jahren zu einer der transformativsten Technologien entwickelt. Tatsächlich wird der aus der KI abgeleitete globale Geschäftswert laut Gartner bis 2022 fast 3,9 Billionen US-Dollar erreichen. Die Technologie könnte aber auch von Hackern genutzt werden, um immer ausgefeiltere Angriffe zu starten. Die gute Nachricht ist, dass die KI auch von Unternehmen genutzt werden kann, um solche Bedrohungen zu erkennen und vor ihnen zu schützen. So können beispielsweise maschinell lernbasierte Cyber-Angriffs­vorhersage­plattformen Sicherheitsforschern helfen, Bedrohungen zu erkennen und die dringendsten so schnell wie möglich anzugehen.

Die Nachfrage nach Cybersicherheitskompetenz steigt weiter an.

Die Fähigkeiten, die erforderlich sind, um die ständig wechselnden Cyberbedrohungen abzuwehren, müssen sich weiterentwickeln. Für Unternehmen besteht die Herausforderung darin, immer einen Schritt voraus zu sein. Allerdings sehen wir uns einem weltweiten Mangel an Cybersicherheitskompetenz am Arbeitsmarkt gegenüber. Laut einem Bericht des International Information System Security Certification Consortium (ISC)² gibt es 2,9 Millionen offene Stellen im Bereich der Cyber-Sicherheit, was eine deutliche Steigerung gegenüber den im Vorjahresbericht genannten 1,8 Millionen darstellt. Da immer mehr Unternehmen sich in einem digitalen Wandel befinden, konzentrieren sie sich immer mehr darauf, die erforderlichen Fähigkeiten im Bereich Cybersicherheit bei den bestehenden Mitarbeitern zu fördern und mehr Spezialisten einzustellen.

Automatisierung löst den Security-Fachkräftemangel

Probleme in der Sicherheitsbranche

Automatisierung löst den Security-Fachkräftemangel

15.04.19 - Die Sicherheitsbranche hat seit Jahren damit zu kämpfen, dass einerseits immer mehr und immer komplexere Aufgaben zu bewältigen sind, weil die Bedrohungslage sich stetig verändert und andererseits die Personaldecke nicht mitwächst. Ein möglicher Lösungsweg ist die Automatisierung von alltäglichen Routine- und zeitintensiven Aufgaben. lesen

Der Fokus verschiebt sich weiter von der Prävention zur Resilienz.

Im Jahr 2019 wird es weiterhin eine Verschiebung von der Prävention zur Resilienz bei Sicherheitsverletzungen geben. Diese Bedrohungen lassen sich nicht mehr vollständig vermeiden, so dass der Schwerpunkt nun darauf liegen sollte, diese Verstöße so schnell wie möglich zu identifizieren und zu beheben. Ressourcen, die sich bisher auf die Prävention von Cyberangriffen konzentriert haben, werden bis weit in das Jahr 2019 und darüber hinaus dem Schutz zugewiesen.

IoT-Technologie kreiert die nächste Generation der Sicherheit

Mit der zunehmenden Verbreitung der Internet of Things (IoT)-Technologie wird die Herausforderung, sensible Kundendaten zu schützen, immer komplexer. Hersteller und Dienstleister müssen sicherstellen, dass ihre Geräte, Plattformen und Software ein gewisses Maß an Sicherheit für ihre Nutzer gewährleisten. Neben Consumer-Hardware, wie z.B. Smart Home Devices, wird die IoT-Technologie auch im Einzelhandel und in der Fertigungsindustrie intensiv eingesetzt, so dass die Sicherheit eine Priorität darstellt. Der Aufstieg des IoT trägt dazu bei, die Entwicklung von Sicherheitsrahmen der nächsten Generation voranzutreiben, die angepasst werden können, um neue Technologien und neue Sicherheitsbedrohungen bei ihrer zukünftigen Entwicklung zu unterstützen. Darüber hinaus können Daten, die von IoT-Geräten erzeugt werden, helfen, auch Sicherheitsmängel zu erkennen.

Die Bedrohung für Unternehmen ist real – egal wie groß

Während große Unternehmen eindeutig ein Ziel für große Cyberangriffe sind, sind laut einem Verizon-Bericht etwa 58 Prozent der Opfer von Datenschutzverletzungen tatsächlich kleine Unternehmen. Mit weniger Budget für Sicherheitsausgaben können kleinere Unternehmen von Hackern als weiche Ziele angesehen werden, die mit minimalem Aufwand eine hohe Rendite bieten. Zu den typischen Cyber-Bedrohungen gehören Ransomware, Distributed Denial-of-Service (DDoS)-Angriffe und Malware. Dem Bericht zufolge wurden bei 36 Prozent aller Datenschutzverletzungen im Vorjahr personenbezogene Daten (PII) kompromittiert, was die Bedeutung des Schutzes vor solchen Angriffen unterstreicht. Der Gesundheitssektor war das häufigste Opfer von Cyberangriffen, so der Bericht, während die Verletzungen in der Finanzindustrie nach umfangreichen Investitionen in die Cybersicherheit zurückgegangen sind.

Über den Autor: Srinivasan CR ist Chief Digital Officer bei Tata Communications.

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