Reisezeit

Urlaub und IT-Sicherheit

| Redakteur: Peter Schmitz

Computer, Smartphone und Tablet gehören für viele auch im Urlaub mit ins Reisegepäck. Aber wer auf seine digitalen Begleiter nicht verzichten will, setzt sich einer erhöhten Gefahr durch Datendiebstahl aus.
Computer, Smartphone und Tablet gehören für viele auch im Urlaub mit ins Reisegepäck. Aber wer auf seine digitalen Begleiter nicht verzichten will, setzt sich einer erhöhten Gefahr durch Datendiebstahl aus. (Bild: Pixabay.com)

Jeder vierte Urlauber kümmert sich nicht um seine IT-Sicherheit, das zeigt eine neue Umfrage des BSI. 26% aller Urlauber treffen keine Vorkehrungen für ihre IT-Sicherheit, bevor sie ihre Reise antreten. Dabei gibt es einige einfache Schritte für mehr Sicherheit im Urlaub.

Zu Beginn der Urlaubsreisewelle weist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) darauf hin, dass viele Reisende die IT-Sicherheit nicht in ausreichendem Maße berücksichtigen. Dies hat eine Umfrage von TNS Infratest im Auftrag des BSI ergeben. Demnach trifft mehr als jeder vierte Urlauber (26%) keine Vorkehrungen für seine IT-Sicherheit, bevor er seine Urlaubsreise antritt, und setzt sich damit einem erhöhten Sicherheitsrisiko aus.

In der Befragung konnten Teilnehmer angeben, welche Maßnahmen sie vor dem Urlaubsantritt für ihre IT-Sicherheit ergreifen. Zu den Sicherheitsempfehlungen des BSI gehören das Abschalten des heimischen WLANs, die Anlage von Sicherheitskopien wichtiger Daten auf externen Datenträgern oder in der Cloud, die Verschlüsselung sensibler Daten auf Geräten, die mitgenommen werden, die Einrichtung von Passwortabfragen für Geräte und Anwendungen sowie die Aktivierung des Abwesenheitsmodus von Smart-Home-Lösungen.

In der Altersklasse der 45- bis 54-Jährigen ist die Passivität in Bezug auf die IT-Sicherheit besonders ausgeprägt: Fast 30 Prozent (29,1%) verzichten vollständig darauf, einer der genannten Empfehlungen zu folgen. Am gewissenhaftesten sind hingegen Urlauber im Alter zwischen 16 und 24 Jahren: Mit 78,5 Prozent achtet diese Gruppe am ehesten auf Sicherheitsvorkehrungen für ihre IT.

Die häufigste Maßnahme, die von 44,6 Prozent der Befragten über alle Altersklassen hinweg durchgeführt wird, ist das Abschalten des WLANs, gefolgt von der Datensicherung auf einem externen Speichermedium oder in der Cloud (30,2%) und der Datenverschlüsselung auf mitgenommenen Geräten (15,6%). Fast gleichauf liegt mit 15,3 Prozent die Einrichtung eines Benutzerpassworts auf jedem Gerät. Zudem richten 12,8 Prozent der Befragten die Passwortabfrage bei allen Anwendungen ein. Die Hälfte der befragten Urlauber schützt sich nur unzulänglich, da sie entweder keine IT-Sicherheitsvorkehrungen trifft (26%) oder nur eine Maßnahme ergreift (24,5%).

„Viele Urlauber nehmen ihr digitales Leben mit auf Reisen, lassen aber die IT-Sicherheit zuhause“, sagt Arne Schönbohm, Präsident des BSI. „Viren kennen jedoch keine Grenzen, Cyber-Kriminelle machen keinen Urlaub. Damit man während der schönsten Zeit des Jahres nicht zum Opfer wird, sollte man schon vor Antritt der Reise verschiedene Schutzmaßnahmen ergreifen.“

10 Tipps für sicheres Reisen mit Smartphone, Tablet und PC

Damit die Reiselust nicht zum Reisefrust wird, hat der europäische Security-Software-Hersteller ESET jetzt zehn Tipps zusammengestellt, die Cyber-Sicherheit der mitgeführten digitalen Geräte auch unterwegs garantieren.

Tipp 1: Vor Abflug - Betriebssystem aktualisieren: Ob Windows oder Mac – vor der Reise sollten alle sicherheitsrelevanten Updates eingespielt werden, um die Angriffsvektoren zu minimieren.

Tipp 2: Vor Abflug - Datensicherung vornehmen: Sollte im Urlaub doch etwas geklaut werden oder verloren gehen, hilft eine aktuelle Datensicherung, den Schaden zu minimieren. Empfehlenswert ist eine Sicherung auf eine externe Festplatte, die zuhause an einem sicheren Ort aufbewahrt wird. Wenn möglich sollte das Backup verschlüsselt werden.

Tipp 3: Hochwertige Technik nie unbeaufsichtigt lassen: Ob am Strand, beim Sightseeing oder beim Feiern, das Smartphone ist immer mit dabei, wird gerne aber auch einmal unbeobachtet liegen gelassen. Davon ist dringend abzuraten. Sollte das Gerät verloren gehen, hilft eine Anti-Theft-Software dabei, das Gerät zu orten.

Tipp 4: Inaktivitäts-Zeitfenster niedrig setzen: Damit Kriminelle keinen Zugriff auf private Daten erhalten, wenn sie einen erfolgreichen Diebstahl begangen haben, sollte das Inaktivitäts-Zeitfenster auf allen Endgeräten möglichst niedrig gesetzt werden. Dadurch wird der Bildschirm automatisch gesperrt, sobald eine Inaktivität vorliegt.

  • An iPhone & iPad findet man die Einstellung unter Einstellungen -> Allgemein -> Automatische Sperre -> 30 Sekunden.
  • Bei Android findet man die Einstellung unter Einstellungen -> Sicherheit -> Displaysperre -> 15 Sekunden.

Tipp 5: Nur vertrauenswürdige Internetdienste nutzen: Beim Hotel-WLANdarauf achten, dass die erfragten Zugangsdaten auch exakt mit den verfügbaren Drahtlosnetzwerken übereinstimmen. Immer wieder richten Betrüger Netzwerke in Hotelnähe ein, die sich für Laien kaum vom vertrauenswürdigen Hotel-WLAN unterscheiden, um die Daten eingeloggter Nutzer abzugreifen.

Tipp 6: In Hotel-WLANs keine Updates durchführen: Sollte nach einem Login in ein Hotel-WLAN ein Fenster erscheinen, das dringende Updates einfordert, empfiehlt sich eine sofortige Trennung der Verbindung. Zu groß ist die Gefahr, dass es sich um eine Betrugsmasche eines Angreifers handelt.

Tipp 7: Nur WLANs mit WPA2 nutzen: Unverschlüsselte Wi-Fi-Netzwerke gilt es zu meiden. Zu einfach können Daten abgegriffen werden.

Tipp 8: Öffentliche Netzwerke nur per VPN mit dem Firmennetz verbinden: Durch den sicheren Tunnel ist der Datenverkehr von außen bestens geschützt.

Tipp 9: Kein Online-Banking und –Shopping im Urlaub: Lieber regionale Händler besuchen, den lokalen Handel stärken und bar bezahlen. Online-Transaktionen sind immer ein Risiko, in unsicheren Netzwerken ein umso größeres.

Tipp 10: Malware-Infektionen unterwegs entfernen: Sollte keine Security-Lösung oder ein Antivirus-Programm installiert sein, gibt es auch kostenlose Lösungen wie der ESET Online Scanner.

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