Spam-Report

Malware-Anhänge häufig in deutschen E-Mail-Eingängen

| Redakteur: Stephan Augsten

Während der Spam-Anteil am globalen Mail-Verkehr zurückgeht, nehmen hierzulande die Alarme wegen Malware-behafteter Mails zu.
Während der Spam-Anteil am globalen Mail-Verkehr zurückgeht, nehmen hierzulande die Alarme wegen Malware-behafteter Mails zu. (Bild: Kaspersky Lab)

Jeder fünfte Malware-Alarm, der im zweiten Quartal 2015 von den Anti-Spam-Mechanismen von Kaspersky Lab ausgelöst wurde, betraf deutsche E-Mail-Empfänger. Schadcode-Mails erreichen demnach überdurchschnittlich häufig die deutschen Anwender.

Kaspersky Lab hat den Spam- und Phishing-Report für das zweite Quartal 2015 veröffentlicht. Demnach gehen 19,59 Prozent der Alarme über virenbehaftete E-Mails auf das Konto deutscher Kaspersky-Nutzer. Damit liegen deutsche E-Mail-Empfänger deutlich vor Großbritannien (6,31 Prozent) und Brasilien (6,04 Prozent).

Im Vergleich zum vorangegangenen Quartal ist das Spam-Aufkommen um 5,8 Prozentpunkte gesunken, der Spam-Anteil am gesamten E-Mail-Traffic lag bei 53,4 Prozent. Über die drei Monate des zweiten Quartals hinweg hat sich dieser Anteil laut Kaspersky stabilisiert, er schwankte zwischen 53,63 Prozent im April und 53,23 Prozent im Juni.

Eine Besonderheit im zweiten Quartal: Es tauchten einige E-Mails auf, die als Benachrichtigung über den Erhalt von Fax-Nachrichten oder Scans verschiedener Dokumente getarnt waren. Solche Fälschungen werden zumeist in englischer oder deutscher Sprache versendet. Die Anhänge enthalten verschiedenste Malware-Arten, die nach dem Öffnen das System infizieren.

Die Spam-Versender haben sich verstärkt auf Veranstaltungen oder Ereignisse mit einem hohen Nachrichtenwert konzentriert, um für hohe Öffnungsraten zu sorgen. Als Klickbringer dienten beispielsweise das Erdbeben in Nepal, die Wahl des nigerianischen Präsidenten oder die Olympischen Spiele 2016 in Brasilien. Tatyana Shcherbakova, Anti-Spam-Analystin bei Kaspersky Lab, warnt eindringlich: „Nutzer sollten generell bei sensationsträchtigen E-Mails besondere Vorsicht walten lassen.“

Bei den per Spam verbreiteten Schadcode-Varianten ist eine breite Streuung zu erkennen. Angeführt wird die Top-Ten-Liste vom Trojaner Trojan-Spy.HTML.Fraud.gen, der in 2,25 Prozent der Mails zu finden war. Der als HTML-Seite getarnte Schädling kommt oft im Gewand einer wichtigen Mitteilung daher, insbesondere von Banken, Internet-Shops oder Software-Firmen. Der Anwender wird dazu aufgefordert, auf der vermeintlich legitimen HTML-Seite vertrauliche Daten einzugeben, die anschließend an die Cyber-Kriminellen weitergeleitet werden.

Aktivstes Land beim Spam-Versand waren im zweiten Quartal 2015 die Vereinigten Staaten mit einem Anteil von 14,6 Prozent. Es folgen Russland mit 7,8 Prozent und China mit 7,1 Prozent. Weitere Zahlen können Interessierte dem Kaspersky-Blog Viruslist.com entnehmen.

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